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1915: Max Osborn - Nachruf auf Anton von Werner

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Genau so zornig und einseitig, wie er, seiner Ueberzeugung folgend, in den Wald hineinrief, schalltes es heraus, und es wurde zu stillschweigenden Uebereinkunft unter den Heranwachsenden, Anton v. Werners Arbeiten mit seinen Anschauungen in Grund und Boden zu verdammen, zu verachten, zu verhöhnen.
Aber mit seiner Unduldsamkeit versöhnte eine aufrechte, nie wankende Ueberzeugungstreue, die sich in allgemeinem Sturm oft fast ohne Helfer imponierend behauptete.
[...]rationalistische Nüchternheit und Trockenheit ..., der höhere künstlerische Reize fehlten.
[...] seiner Fähigkeit zu bedingungsloser Treuer der Darstellung, die niemand ihren Respekt versagen wird
Werners außerordentlicher Begabung zur Komposition, zur zeichnerischen Beherrschung zahlreicher Figuren im Raume - eine Fähigkeit, die unsern Künstlern nach ihm mehr und mehr verloren ging. Dieses Talent war so stark in ihm, dass es dann oft die farbige Behandlung zurückdrängte und einen illustrativen Charakter in die Gemälde brachte; aber auch dann bleibt es bemerkenswert.
Wir nehmen von einem Temperament und von einem ganzen Manne Abschied, der seine Lebensarbeit mit rastloser Energie erfüllte und zu einer Einheit rundete.1

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Zusammenfassung
Während Osborn Anton von Werners Konservatismus kritisch betrachtet, hat er dennoch Respekt vor der Konsequenz, die sich in seinen Reden, Schriften und seiner Kunst zeigt.
Publikationen
Kapitel / Artikel:
  • 🔗 Osborn, Max Anton von Werner ✝ in 🔗Bachmann, Hermann (Red.) (Di, 05.01.1915) Vossische Zeitung. Königlich privilegierte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen . Jg. 1915 Nr 7. Morgen-Ausgabe. Berlin: Ullstein Verlag, S. 2🔗Externe Seite ⬈
Anlage
11.07.2023
Letzte Änderung
04.02.2025